Juliane Meyer

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In Syrien werden sich in den kommenden Monaten die „Tore zur Hölle“ öffnen

Es gibt drei mögliche Szenarien für Syrien

Das Eingreifen Arabischer Truppen ist nicht auszuschließen…

Wie Berlin nach dem 2. Weltkrieg könnte Syrien eine Teilung in Ost und West bevorstehen

By Elijah J. Magnier (@ejmalrai)

Nach Aussage eines hochrangigen Offiziers des joint operations room in Damaskus (bestehend aus Russland, Iran, Syrien und der Hisbollah) gibt es drei mögliche Szenarien für Syrien.
Erstens: „Streitkräfte der arabischen Koalition überqueren die türkisch syrische Grenze zwischen Jarablus und Al-Raee. Besagter Grenzabschnitt steht unter der Kontrolle des so genannten islamischen Staates (IS) und eine solche Operation wäre nur möglich, wenn sich Türkei und der IS zu einem Abkommen bereit erklären würden. Bei einer Intervention über die Türkei müsste der IS sich entweder der türkisch – arabischen Koalition stellen oder der Allianz aus Russland und Iran. Im letzteren Falle wäre die Möglichkeit eines Abkommens nicht gegeben. Als zweites Szenario käme ein Vorstoß auf die Stadt Raqqa ausgehend von der jordanischen Grenze in Betracht. Zwar wäre hier bei die zu überwindende Entfernung größer, jedoch könnte Saudi Arabien in diesem Falle auf die eigene Logistik und auf die Unterstützung durch schwere gepanzerte Einheiten zurückgreifen. In beiden Fällen würde eine Konfrontation mit der syrischen Armee oder verbündeten Streitkräften vermieden. Als drittes Szenario käme ein Täuschungsmanöver in Frage. Durch Vorbereitungen für eine Intervention könnte man die Dschihadisten moralisch so weit aufbauen, dass diese von einer Kapitulation absehen  und ihre Stellungen so lange wie möglich halten.“

„Alle Szenarien beinhalten auch eine Beteiligung der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Sprecher der Armee Saudi Arabiens erklärte: „Die USA werden AWACS Aufklärungsflugzeuge schicken, da eine direkte Beteiligung am Boden ausgeschlossen ist. Neben den diplomatischen Bemühungen in Genf wäre der Einsatz der AWACS genug um eine US Beteiligung zu erwähnen.“
Ungeachtet dessen wie die Situation sich weiter entwickelt, bereiten wir uns militärisch auf eine Intervention durch die arabische Koalition vor. Im Falle des zweiten Szenarios zum Beispiel wäre es der arabischen Koalition nicht möglich, die Stadt Raqqa über Nacht zu erreichen. Die Vorbereitungen und das bereitstellen der benötigten Einheiten und des Materials würde wahrscheinlich zwischen 3 und 4 Monate dauern. Mit großer Wahrscheinlichkeit würde die Koalition von der jordanischen Grenze aus zuerst Al-Badiyah einnehmen um dann von dort weiter in Richtung Raqqa vor zu stoßen. Sollten es dabei zu einem aufeinander treffen mit syrischen Streitkräften kommen, wäre eine Eskalation nicht zu vermeiden.“

„Wir schließen nicht aus, dass Spezial Kräfte der arabischen Koalition hinter feindlichen Linien aktiv werden, um Luftangriffe zu koordinieren oder gezielte Operationen durch zu führen. Zwar könnten diese Einheiten den IS letzten Endes nicht schlagen, sie könnten aber effektiv gegen hochwertige Ziele und Einrichtungen vorgehen. Jeder Angriff, der den IS schwächt kommt auch uns zu gute. Die US geführte Allianz darf den IS jeder Zeit aus der Luft angreifen. Denn Einsatz von Bodentruppen lehnen wir jedoch ab. Außerdem müssen jegliche Missionen in syrischem Luftraum mit der von russischen Kräften geführten Luftraumüberwachung koordiniert werden. Anderenfalls würden die anfliegenden Bomber als potentielle Gegner eingestuft und eine entsprechende Reaktion wäre nicht ausgeschlossen. Letzten Endes sind alle Seiten bemüht, es nicht zu einer weiteren Eskalation kommen zu lassen. Besonders dürfte das auf Präsident Obama zutreffen, der ein eingreifen durch US Bodentruppen ablehnt.“


Der russische Prämie Minister Dimintry Medvedev sagte: „Alle Parteien sollten sich zu Verhandlungen zusammen setzen anstelle den Ausbruch eines neuen Welt Krieges zu riskieren“. Die russische Warnung kam nach dem der Sprecher Saudi Arabiens bestätigte, dass das Königreich beabsichtige eine islamische Koalition auf zu bauen. Deren Aufgabe wäre primär die Terrorbekämpfung, jedoch seien Einsätze im Rahmen der US geführten Koalition nicht ausgeschlossen“.

Des weiteren erläuterte der Offizier: „Das Ziel der arabischen Streitkräfte ist es, Syrien in 2 Teile zu spalten. Gharbistan (west) und Sharqistan (Ost). Ähnlich dessen, was man während des 2. Weltkrieges mit Berlin tat. Im westlichen Teil würde die syrische Armee mit russischer Unterstützung weiterhin gegen Al-Qaida und dessen Verbündete vorgehen. Während im östlichen Teil die Arabische Koalition ihre Streitkräfte da zu nutzen würde, eine politische Wende voran zu treiben (hier ist vermutlich ein System nach dem Gesetzt der Scharia gemeint), welche das Regime in Damaskus destabilisieren könnte. Praktisch gesehen stehen die Truppen des syrischen Regimes nur 60 Kilometer von Raqqa entfernt. Während die türkische Grenze 180 Kilometer entfernt ist. Würde es der US geführten Koalition in erster Linie um die Niederschlagung des IS gehen, müssten sie also nicht erst den ganzen Weg von der türkischen oder jordanischen Grenze zurücklegen. Wie dem auch sei, seit dem die Möglichkeit einer arabischen Intervention gegeben ist, befinden wir uns in einem Wettlauf um die Stadt Raqqa.“

„Für Al-Qaida und den mit ihnen Verbündeten Gruppen genau so wie für den IS werden sich in den nächsten Monaten die „Tore zur Hölle“ in Syrien öffnen. Wie in Genf zwischen den USA und Russland vereinbart, wird jeglicher Waffenstillstand in Syrien Al-Qaida und andere Dschihadisten Gruppen nicht mit einschließen. Sollten sich die Gruppen der syrischen Opposition also nicht klar von den Dschihadisten abgrenzen, werden auch diese weiterhin legitime Ziele bleiben.“

„Al-Qaida ist in Syrien unter dem Namen Jabhat al Nusra bekannt und Teil der Jaish al-fateh. Hier bei handelt es sich um eine Koalition aus verschiedenen Gruppen, die zur Zeit in Nord Syrien operieren. Al-Qaida und andere Dschihadisten Gruppen haben in den letzten 48 Stunden Unterstützung nach Nord Aleppo entsannt. Gleichzeitig sind diese Gruppen jedoch auch mit starken Kräften in der Gegend um Nubbl und Zahraa präsent. Die 3,5 Jahre dauernde Belagerung beider Städte wurde erst vor kurzem durch russische und alliierte Kräfte durchbrochen. Al-Qaida Kämpfer zogen sich daraufhin in den Norden Aleppos zurück und kämpfen nun in Tal- Rifaat, so wie südlich von Zahraa in den Ortschaften Andan und Hayyan.“

„Durch Nachrichtendienstliche Auswertung von SIGINT und HUMINT Informationen wurde bestätigt, dass Saudi Arabien die verschiedenen Oppositionsgruppen in Syrien aufgefordert hat auf kein Angebot ein zu gehen, dass ihnen während der Verhandlungen in Genf unterbreitet wird. Saudi Arabien wird die Unterstützung der verschiedenen Gruppen auch weiterhin aufrechterhalten. Im Wesentlichen geht es darum Zeit zu gewinnen und das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den USA abzuwarten. Es ist zu erwarten das der Krieg in Syrien an Intensität zunehmen wird, da keine Seite bereit ist Zugeständnisse zu machen.
Mit einem baldigen Ende des Krieges dürfte also nicht zu rechnen sein.“

Aus dem Englischen übersetzt von J. Meyer geschrieben von Elijah J. Magnier

Link zum englischen Original  HIER

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